Endlich!
Frau Olsen steht ab Montag wieder in Lohn und Brot!
Aber wie das heute gekommen ist, kann man fast nicht in Worte fassen.
Viel Kurioses habe ich in den letzten Wochen wieder erlebt. Die Tatsache, dass sich viele Arbeitgeber noch nicht mal zwei Minuten Zeit nehmen um eine vorgefertigte Absage zu verschicken ist noch das Harmloseste, denn das was mir in den letzten drei Tagen widerfahren ist stellt alles in den Schatten!
Am Dienstag Morgen hatte ich – vor meinem letzten nachmittäglichen Arbeitstag in Düsseldorf – ein Vorstellungsgespräch bei einem Personalvermittler hier in Solingen. Dieser (nennen wir ihn der Einfachheit halber Mr. X) suchte für sich eine Bürokauffrau, die ihn mit der Zeit immer mehr entlastet und die Bedingungen waren super: kurzer Arbeitsweg, tolle Arbeitszeit, interessantes Aufgabengebiet und das Beste: sollte mal mit Finn was sein, könnte ich auch von Zuhause aus arbeiten. Gestern haben wir dann nach einer kurzen Bedenkzeit telefoniert und sind uns einig geworden, dass wir gerne miteinander arbeiten würden. Heute morgen war ich um 08:30 Uhr im Büro, um das “Finanzielle” zu besprechen. Erst kam der Vorschlag, dass ich Gehaltstechnisch einen bestimmten Betrag verdiene und mein Mann, meine Mutter oder eine Freundin den Rest als Alibi-Minijob-Gehalt bekommen würde. Damit war ich nicht einverstanden und so haben wir uns auf ein wirklich gutes Gehalt geeinigt. Dann kam die Info über einen Urlaubsanspruch von 24 Tagen und schon wurde ich aus dem Büro komplimentiert, da bereits ein weiterer Termin vor der Tür stand.
Bereits auf dem Heimweg habe ich über diese 24 Tage Urlaub nachgegrübelt und darüber, dass ich selbst in meiner Ausbildung 27 Tage Urlaub hatte und danach nie weniger als 28 Tage.
Vor einigen Wochen hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei einer reinen Zeitarbeitsfirma für eine Anstellung in einem recht großen Unternehmen hier. Das hat leider nicht geklappt, aber dafür haben die Recruiterin und ich uns richtig gut verstanden. Mit ihr habe ich dann auch telefoniert, da noch eine andere Bewerbung bei ihr offen stand, und habe ihr die momentane Situation geschildert.
Sie gab mir einige nützliche Tipps und hat mir unter anderem gesagt, dass ein Urlaubsanspruch von 24 Tagen bei “Leiharbeitern” üblich ist, bei einer internen Anstellung jedoch nicht. Sie bat mich auch, sie auf dem Laufenden zu halten, da sie mein weiterer “Werdegang” interessieren würde.
Daraufhin habe ich dann Mr. X eine freundliche E-Mail geschrieben, in der ich meiner Verwunderung über die geringe Urlaubstagesanzahl Ausdruck verlieh und als letzten Satz schrieb “Vielleicht können wir uns diesbezüglich ja noch ein wenig annähern?”.
Ca. eine Stunde später erhielt ich eine Antwort. Darin schlüsselte mir Mr. X seine Kosten auf. Schilderte mir, dass er Bewerberinnen habe, die für weniger Geld arbeiten würden (Gehaltsvorstellung dieser Bewerberinnen wurden genannt) und sogar eine Bewerberin darunter sei, die für diese Position auch sehr geeignet wäre.
Aufgrund der Unzufriedenheit, die Mr. X aus meiner Mail heraus gelesen hat wäre eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht möglich, insbesondere unter dem Aspekt mir eine entsprechende Verantwortung zu übertragen, welche für später zu dem noch ausbaufähig wäre. Und er bitte um mein Verständnis, dass er aufgrund dessen sein Interesse an meiner Einstellung zurückziehe.
Ich glaube so tief hing mein Unterkiefer noch nie herunter. Ich war so erschrocken, dass ich direkt zum Telefon griff und Mr. X anrief um nachzufragen, was denn da jetzt bitte schief gelaufen ist?
Trotz meiner Beteuerungen, dass da wohl ein Missverständnis entstanden wäre, beharrte Mr. X darauf, dass ich mit seinem Angebot unzufrieden bin und er niemanden einstellen wolle, der mit einem negativen Gefühl an die Sache gehe.
Schlussendlich hat er sich dazu durchgerungen, nochmal darüber nachzudenken und ein weiteres Telefonat am Montag mit mir ins Auge zu fassen. Ich war immer noch völlig perplex!
Kurz darauf habe ich der oben bereits erwähnten Recruiterin diese eigenartige Entwicklung gemailt und bin danach mit Sohnemann in die Stadt gefahren. Als ich nach Hause kam hatte ich von ihr einen Anruf auf dem Telefon und eine Mail im Postfach. Der Rest ist schnell erzählt: Sie hat direkt in ihrem Unternehmen eine super spannende Stelle für mich. Als sie mir die Stellenbeschreibung gab, war ich sofort Feuer und Flamme. Da tat der Arbeitsweg nach Düsseldorf und das nicht so tolle Gehalt auch keinen Abbruch mehr dran. Und diesmal das Wichtigste: Einfach nur tolle und super freundliche Kolleginnen!! Ich freue mich jetzt auf jeden Fall sehr und bin der Meinung, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Stelle ist zwar erst einmal nur auf ein halbes Jahr befristet, aber die Chance auf eine vollständige Einstellung ist gegeben, also bitte Daumen drücken.
Das Kuriose an dieser Geschichte ist: Hätte ich der Recruiterin nicht von der Sache erzählt, wäre sie nie auf die Idee gekommen, dass mich die Arbeit in der Personalbranche interessiert und hätte mir diese Stelle wohl nie angeboten.
Manchmal wird am Ende doch alles gut!














Aussaat