Viele Nicht-Haustierbesitzer können diese Überschrift vielleicht nicht nachvollziehen, aber jeder bei dem ein Haustier das Leben mitbestimmt, weiß genau wovon ich spreche.
Der Anstupser für diesen Beitrag ist leider ein Trauriger, denn meine liebe Blogger-Kollegin Suriel hat innerhalb von knapp 5 Wochen ihren zweiten Degu den Weg aus dem Leben erleichtern müssen und es tut mir in der Seele weh, wenn ich so etwas lesen muss.
Oft habe ich schon Stimmen wie “Mensch, das war doch nur ein Tier!” hören müssen und genauso oft musste ich mich zurückhalten um dem Gesicht hinter dieser Stimme nicht einen 5-Finger-Abdruck auf der Wange zu hinterlassen. Es ist eben nicht NUR ein Tier, egal wie lang oder kurz man es in seiner Obhut hatte. Es tut weh ein Lebewesen zu verlieren mit dem man einen Teil seines Lebens teilen durfte.
Da meine lieben Eltern ab und zu hier mitlesen, werde ich nicht von den Hunden anfangen, aber ich weiß noch genau, wie ich vor etwas über vier Monaten zitternd und völlig aufgelöst beim Tierarzt stand und die Entscheidung über Leben und Tod unseres Püs treffen sollte. So wie er zu dem Zeitpunkt aussah: Der Puls nicht mehr messbar weil weit über 200, abgemagert, hechelnd und das Fell stumpf und struppig, gab es zu dem Zeitpunkt für die TA und mich eigentlich keine andere Möglichkeit, doch wir hatten noch eine Chance und die haben wir nutzen können. Erst einmal. Irgendwann werde ich wohl wieder dort stehen, weil die Dosis der Tabletten nicht mehr ausreicht und sie auch einfach nicht weiter erhöht werden kann, aber mir wird schon ganz schlecht, wenn ich nur daran denke.
Ohne das Pü würde es mir fehlen grinsend den Kopf zu schütteln, wenn er gerade wieder seine dollen 5-Minuten hat. Es würde mir fehlen sein schnurrendes rauhes Rumgelecke an meiner Hand zu spüren, wenn er zum Schmusen auffordert. Mir würde es fehlen wenn ich keinen Schnee mehr an die Fensterscheibe werfen brauche, weil dort keiner mehr ist, der den Schnee auf der anderen Seite der Scheibe fangen will und vor Allem würde mir in den (zwar wenigen, aber ab und zu vorhandenen) Zeiten in denen ich hier allein bin seine Gesellschaft fehlen!
Versteht mich bitte nicht falsch, ich habe einen aufgeweckten Sohn und einen überaus tollen Mann, die neben meinen lieben Eltern ganz ganz oben stehen, aber auch das Pü hat seit 12 Jahren seinen berechtgten Platz in meinem Herzen und in meinem Leben!
Und auch wenn ich nicht für andere sprechen will, aber ich bin mir sehr sehr sicher, dass es Suriel mit ihren knuffigen Degus, Antje mit ihren beiden drolligen Hunden, Anne mit ihrem Mäuseverliebten Kater, Zhurrakim mit ihrem Zoo daheim und Frau Margritli mit ihrem Stubentiger-Paar und vielleicht sogar Herrn Schmidt mit dem putzigen “Obamster”, genauso geht wie mir!
Wir lieben die Menschen, aber wir lieben auch unsere tierischen Gefährten und wir wollen keine blöden Sprüche hören, wenn wir mit ihnen sprechen wie mit einem Familienmitglied, wenn wir sie betüddeln wie ein Familienmitglied oder wenn wir um sie trauern wie bei einem Familienmitglied, denn genau das sind sie für uns!
Aussaat